Sprachförderung - „Ich verstehe das nicht!“

 

Diesen Satz hören wir an unserer Schule oft. Das finden wir sehr schade: In einer Familie wie in unserer Schulfamilie ist es ganz wichtig, dass wir uns gegenseitig verstehen. Wir wollen auch nicht, dass aus dem Satz „Ich verstehe das nicht!“ der Satz „Ich kann das nicht!“ wird. Unsere gemeinsame Sprache ist uns wichtig und es ist uns auch wichtig, dass alle Schülerinnen und Schüler bei uns gut lernen und einen guten Abschluss machen können – auch die, die noch nicht lange in Deutschland leben oder aus anderen Gründen die deutsche Sprache noch nicht gut beherrschen.

Die Schülerinnen und Schüler an unserer Schule sprechen viele verschiedene Sprachen. Wir finden das gut, denn Vielfalt ist unsere Stärke. Aber um in der Schule erfolgreich mitarbeiten zu können, brauchen wir die deutsche Sprache. Deshalb tun wir viel, damit alle Kinder bei uns Deutsch sprechen, lesen und schreiben können.

Wir starten in der 5. Klasse mit acht Stunden Deutsch in jeder Woche. Einige Kinder brauchen dann noch mehr Unterstützung. Sie lernen während des Deutschunterrichts in kleinen Gruppen zusammen und bekommen Aufgaben und Materialien, die für sie geeignet sind. Wenn sie bis zum Ende der 5. Klasse noch nicht so weit sind, dass sie erfolgreich im Deutschunterricht mitmachen können, bleiben sie auch danach noch im Deutschförderunterricht. Die Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer sprechen sich eng mit den Förderlehrerinnen und Förderlehrern ab, damit Kinder jederzeit vom Förderunterricht wieder zum Klassenunterricht wechseln können.  Zusätzlich gibt es zwei Stunden Förderunterricht von der 5. bis zur 10. Klasse für Schülerinnen und Schüler, die nicht den Religionsunterricht besuchen.

Kinder und Jugendliche, die erst seit ganz kurzer Zeit in Deutschland leben, besuchen bei uns die Internationalen Vorbereitungsklassen (IVK). Hier lernen sie schnell, sich zu verständigen und sie werden gezielt darin unterstützt, so schnell wie möglich am Regelunterricht teilnehmen zu können. Die Lehrerinnen und Lehrer, die in diesen Klassen unterrichten, arbeiten im Team und werden dabei von dem Abteilungsleiter und zwei Sprachförderbeauftragten unterstützt.

Wir unterstützen es sehr, dass unsere Schülerinnen und Schüler den herkunftssprachlichen Unterricht besuchen und so die Sprache verbessern, die sie zu Hause sprechen. Wenn jemand seine eigene Sprache sehr gut kann und versteht, dann ist es viel leichter, eine neue Sprache zu lernen – sogar eine so schwere Sprache wie Deutsch.

Die Lehrerinnen und Lehrer treffen sich regelmäßig, um zu besprechen, wie sie den Schülerinnen und Schüler in allen Unterrichtsfächern helfen können, mit der deutschen Sprache umzugehen und sie besser zu lernen. Dabei bekommen sie Unterstützung von Lehrkräften, die eine spezielle Ausbildung zur Sprachförderung haben. Wir vermitteln gern auch den Eltern Angebote zu Sprachkursen, zum Beispiel am Campus Marxloh, damit die Eltern ihre Kinder beim Deutschlernen in der Schule unterstützen und begleiten können. 

(Carola Kirschner)